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10 Jahre „neue“ Kinderklinik

Von Altbauten, Neubauten und Umbauten


Für alle Kinder, die sich am 20. Juli 2007 zur Behandlung in der Kinderklinik befanden, war es ein aufregender Tag.  Alle - Schwestern, Ärzte und Kinder, ganz gleich ob gehfähig oder bettlägerig zogen auf die nagelneue Kinderstation um  - mit zeitgemäßer Unterbringung, frischen Farben und modernem Mobiliar.

Bis dahin war das Haus D, in dem sich jetzt die Verwaltung befindet, das Domizil der Kinderklinik gewesen. 1953 gegründet, waren zwar regelmäßig Erneuerungen durchgeführt und neue Farbe aufgebracht worden, aber dennoch atmeten die Räume den mit handgemalten Wandbildern verschönten DDR-Charme der 80er Jahre.

Auf Station gab  es ein einziges Bad mit Dusche und ganze zwei Rooming-In Zimmer. Ein Waschbecken im Zimmer war der Standard. Eine Etage tiefer gab es weitere Elternzimmer, die Kinder mussten jedoch oben auf Station bleiben. Die Gegebenheiten waren so, dass Mütter regelmäßig berichteten, dass sie sich beim Duschen – die einzige Dusche befand sich über den Gang – gefürchtet haben.

All das ließ die Grenzen hinsichtlich der Unterbringung von Kindern und Eltern, der  Behandlung und Pflege unter modernen hygienischen Bedingungen erkennen. Alles war sauber, aber sehr einfach. Die umliegenden Häuser wiesen zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich mehr Komfort auf. Wenig überraschend, wurde von den Eltern bei niedergelassenen Kinderärzten entsprechende Wünsche geäußert, wohl wissend, dass in den betagten Lichtensteiner Räumlichkeiten eine gute medizinische Versorgung stattfindet. Die Zukunft der Kinderklinik stand auf dem Spiel.

Nachdem das DRK 2004 die Anteile des Landkreises übernommen hatte, stand schnell fest, dass Abhilfe geschaffen wird und ein Weiterbestehen der Kinderklinik gesichert werden soll. Das ehemals einzeln stehende Haus der Klinik für Innere Medizin wurde mittels Neu- und Verbindungsbau an die bestehenden neuen Gebäudestrukturen angebunden. Die geschaffenen Bedingungen ermöglichten eine deutlich verbesserte Versorgung, was unter anderem darin zum Ausdruck kommt, dass die Zahl der behandelten Fälle von 1.100 im Jahr 2006 um über 70 Prozent auf fast 1.900 im vergangenen Jahr gesteigert werden konnte.

Doch nicht nur quantitativ hat sich viel getan. Auch das Leistungsspektrum der Klinik wurde erheblich ausgebaut. Neben der Kinderchirurgie mit 500 Eingriffen pro Jahr wurde die Herz-Kreislauf-Diagnostik etabliert. Kinder mit Problemen im Harntrakt können ebenso versorgt werden wie solche mit Blutgerinnungsstörungen oder rheumatischen Beschwerden. Bei Bedarf steht eine Kinder- und Jugendpsyhchotherapeutin zur Verfügung. Weit über den Einzugsbereich des Krankenhauses hinaus entscheiden sich Eltern auch aufgrund der guten Früh- und Neugeborenenbetreuung für eine Geburt in Lichtenstein.

Möglich ist das alles, wie Chefarzt Dr. Harry Sirb ausdrücklich betont, nur durch das gute und über viele Jahre stabile Miteinander von ärztlichen Kollegen und Schwestern. Der Teamgeist, hilft bei allem Stress im Tagesgeschäft die Arbeitsfreude zu behalten, was auch in Freundlichkeit und Zuwendung zum Ausdruck kommt.

In den vergangenen 10 Jahren haben 7 Kollegen an der Klinik den Abschluss als Facharzt für Kinder- u. Jugendmedizin erreicht. Auch dabei waren die allgemein guten  Kooperationsbeziehungen zwischen den DRK Kinderkliniken in Rabenstein und Lichtenstein von Vorteil.

Heute, im Jahr 2017, stehen in der Kinderklinik zeitlich bedingte Renovierungsarbeiten aber auch ganz konkrete Modernisierungs- und Umbauarbeiten an. Ziel der Maßnahmen ist es, Kinder nach einer Operation intensiver betreuen und im Falle von Infektionen besser abschirmen zu können.

Chefarzt Dr. Sirb verbindet damit die Hoffnung und den Wusch, dass „die Rahmenbedingungen im Großen und Kleinen eine weiterhin gedeihliche und engagierte Entwicklung ermöglichen mögen“.