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3D Kinotechnik im OP-Saal

Viszeralchirurgen nutzen räumliche Darstellung für minimalinvasive Eingriffe


Seit Anfang 2016 verfügt die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des DRK Krankenhauses Lichtenstein über ein modernes 3D-Laparoskopie-System. Damit ist sie neben der Frauenklinik in Chemnitz-Rabenstein eine der ersten Kliniken der Region, die diese 3D-Technik bei minimal-invasiven Operationen einsetzt. Über 40 Eingriffe wurden damit bereits durchgeführt.

Die neue Technologie überträgt Full-HD-Bilder aus dem Bauchraum der Patienten auf den Monitor im OP-Saal. Ein spezieller Wandler bearbeitet sie vorher. Wie im Kino tragen die Operateure und OP-Mitarbeiter spezielle Brillen. Sie ermöglichen die räumliche Wahrnehmung der Aufnahmen. Durch die so gewonnene Tiefenwahrnehmung entsteht in sechsfacher Vergrößerung eine präzise räumliche Darstellung der Anatomie, wie es mit konventionellen 2D-Systemen nicht möglich ist.

 „Die Hand-Augen-Koordination ist deutlich verbessert, wir können damit schneller und vor allem sicherer operieren“, sagt Dr. med. Ulrich Kleta, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Das neue 3D-Laparoskopie-System wurde angeschafft, um schwierige OPs minimal-invasiv durchführen zu können. Es wird aber so oft wie möglich verwendet, um einen optimalen Trainingseffekt zu erhalten. Es ist inzwischen täglich im Einsatz. Chefarzt Dr. med. Ulrich Kleta weiter: „Uns erleichtert die 3D-Darstellung die Orientierung im Bauchraum. Wir merken das an deutlich gesunkenen Eingriffszeiten. Darüber hinaus erhöht es die Sicherheit, wovon die Patienten in besonderem Maße profitieren.“

Einige Eingriffe werden durch die neue Technik erst möglich, z.B. am Dickdarm, dem Magen oder Zwerchfell. Durch die ungünstige Lage und die schlechte Erreichbarkeit war ein Arbeiten in 2D extrem schwer. Diese Operationen wurden mit geöffneter Bauchdecke durchgeführt.

Bei der Laparoskopie (Bauchspiegelung) werden mit Hilfe eines optischen Instruments Eingriffe innerhalb der Bauchhöhle vorgenommen, ohne große Öffnung der Bauchdecke. Über zentimeterkleine Schnitte werden die Instrumente sowie eine spezielle Kamera eingeführt. Durch dieses schonende Verfahren erholen sich die Patienten schneller und können früher wieder nach Hause entlassen werden.

Das bisherige 2D-Verfahren und kam bei gut- und bösartigen Erkrankungen im Bauchraum zum Einsatz. Standardmäßig wurde es bei Galleneingriffen verwendet. Auch Hernien (Bauchdeckenbrüche oder  Leistenbrüche etc.) wurden zu rund 70 Prozent minimalinvasiv durchgeführt. Insbesondere Operationen am Kolon (Dickdarm) werden künftig deutlich häufiger mit der Schlüssellochmethode durchgeführt werden.

Das gesamte 3D-Laparoskopie-System besteht aus einem Turm mit mehreren Geräten u.a. für Gasinsufflation und Lichtzuführung, einem Computer und einem Monitor. Standardmäßig werden Videos und Bilder zur Dokumentation der Operation aufgezeichnet.