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DRK Krankenhaus Lichtenstein etabliert patientenkontrollierte Schmerztherapie

Schmerztherapie als Erster in Sachsen


Schmerzen nach einer Operation sind unvermeidlich. Ziel sollte es demnach sein, diese schnell, effizient und auf den Patienten abgestimmt zu behandeln. Um dieses Ziel, im Sinne unserer Patienten zu erreichen, kommt ab sofort im DRK Krankenhaus Lichtenstein ein neues System zur postoperativen Schmerzbehandlung für mehr Flexibilität unserer stationären Patienten zum Einsatz.

Nach Verordnung durch unser ärztliches Personal und in strenger Abwägung wird am Bett des operierten Patienten ein Applikationsgerät zur Selbstverabreichung eines Schmerzmedikaments (Sufentanyl) befestigt. Es handelt sich dabei um eines der am stärksten wirksamen Schmerzmedikamente, welches bislang nur im Beisein eines Arztes verabreicht wurde. Das Applikationsgerät wird mit dem Schmerzmittel bestückt, welches der Patient bei Bedarf selbst einnehmen kann.

Ein Chip am Daumen der Patienten ist mit dem Handstück/Applikator verbunden, in dessen Inneren winzige Tabletten enthalten sind. Per Daumendruck können sich die Patienten die Tablette selbst verabreichen, wenn sie Schmerzen verspürt. Die kleine Tablette wird über das Mundstück des Gerätes unter die Zunge gelegt, löst sich dort auf und wirkt bereits nach drei Minuten. Durch verschiedene Grundeinstellungen am Gerät, wie ein Mindestzeitabstand zwischen den einzelnen Einnahmen und festgelegte Dosierung, ist gesichert, dass die Patienten nicht zu viel von dem Medikament einnehmen. Jedoch können die Patienten in diesem Rahmen und über maximal drei Tage selbst darüber bestimmen, wie oft das Schmerzmedikament benötigt wird. Ein Sicherheitssystem verhindert nicht nur eine Überdosierung, sondern dank des Chips am Daumen auch eine Verwechslung unter Patienten. Selbstverständlich werden unsere Patienten während dieser Zeit weiter engmaschig ärztlich und pflegerisch versorgt und beobachtet.

Vorteil dieser Methode ist, dass die Patientenkontrollierte Schmerztherapie ohne Spritzen oder Infusionen auskommt. Betroffene Patienten sind nicht an Apparaturen ans Bett gefesselt und können somit rasch wieder mobilisiert werden, weil sie weniger oder keine Schmerzen in der unmittelbaren Zeit nach der Operation haben. Stimmung und Befinden des Patienten sind unmittelbar positiv beeinflussbar und fördern den Heilungsprozess. Allein dadurch, dass die Zeit der schmerzbedingten Immobilität verkürzt wird und der Patient rascher aufstehen kann, wird die vertiefte Atmung zügig angeregt, was zu mehr Wohlbefinden und Kräftigung führt. Mögliche Nebenwirkungen, wie z. B. eine Lungenentzündung, können so vermieden werden.

Einsatz findet die patientenkontrollierte Schmerztherapie im DRK Krankenhaus Lichtenstein bei orthopädischen, unfallchirurgischen, gynäkologischen und chirurgischen Patienten.