Aktuelles & Presse

Lautstärke runterdrehen!

Internationaler Tag gegen den Lärm am 26. April 2017 der Deutschen Gesellschaft für Akustik (DEGA e.V.)

 


Es rattert, es dröhnt, es klopft und hämmert. Das menschliche Gehör ist dem Lärm des Alltags 24 Stunden am Tag ausgesetzt – gerade in einer Großstadt. Zum Internationalen Tag gegen den Lärm am Mittwoch, 26. April, raten Fachärzte für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde: "Gönnen Sie Ihren Ohren eine Pause."

Einfach mal vor dem Lärm flüchten, das Radio oder den Fernseher ausschalten, einen Waldspaziergang machen. Denn schon 15 Minuten Stille täten dem Ohr gut. Denn eines würden gerade junge Menschen sehr schnell vergessen: Sind Zellen im Cortischen Organ im Innenohr, dem eigentlichen Sinnesorgan, durch zu hohe Lärmbelastung zerstört, sind sie verloren. Sie wachsen nicht mehr nach, die Schäden am Gehör sind irreversibel.

Wissenschaftler aus Kanada und Berlin waren alarmiert, nachdem sie Jugendliche zwischen 11 und 17 Jahren nach ihren Hörgewohnheiten befragt und daraufhin untersucht hatten: Mehr als die Hälfte der Teenager hatte nach dem Musikhören schon einmal Ohrenpfeifen, ein Viertel berichtete von einem Tinnitus in Form von anhaltendem Summen oder Klingeln. Tauchen solche Hörprobleme auf, sollte man kurzfristig einen HNO-Arzt aufsuchen.

Aus ärztlicher Sicht gibt es zwei Arten von Lärm, und die Trennung zwischen beiden liegt bei einem Schalldruckpegel von 85 Dezibel (dB). Unter 85 dB entstehe zwar keine Hörschädigung aber auch dieser Lärm kann auf lange Sicht krank machen. Es ist der Lärm, der nervt: Fluglärm, Straßenlärm, Dauerbaustellen. Die Folgen seien nicht zu unterschätzen. Das Gehör ist 24 Stunden am Tag geöffnet. Man kann es nicht schließen wie die Augen. Lärm wirkt auch im Schlaf auf den Menschen ein, und der Körper produziert selbst dann Stresshormone.

Viel problematischer sei allerdings hörschädigender Lärm bei Pegeln über 85 dB. Wer solchem Lärm zum Beispiel über Jahre bei der Arbeit ausgesetzt sei, bei dem steige die Wahrscheinlichkeit einer Lärmschwerhörigkeit stark an. Menschen, die darunter litten, hörten nicht nur schlechter, sie verstünden auch Sprache schlechter, was letztendlich zu einer gesellschaftlichen Isolierung führen könne.

Doch hat das Gehör nicht nur mit Lärm zu tun, gegen den es sich nicht wehren kann. Hinzu kommt noch jener Freizeitlärm, den wir lieben, also laute Musik in Diskotheken oder über Kopfhörer.

Damit es gar nicht erst so weit kommt – die Lautstärke am MP3-Player oder Handy nicht voll aufdrehen!