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Patienteninformation rund um den Diabetischen Fuß

Arzt-Patienten-Seminar mit brasilianischem Gast


Diabetes, speziell der Typ II, hat die unangenehme Nebenerscheinung, dass sich kleine Blutgefäße zusetzen können. Weiterhin werden die Nerven der Haut und die Gefäße geschädigt. Die Blutzufuhr in die äußeren, durch feine Äderchen versorgte Körperbereiche wird eingeschränkt, dadurch kommt es zur Verminderung des Hautgefühles. Eine häufige Folgeerkrankung ist das Diabetische Fußsyndrom, oder einfach der Diabetische Fuß.

Über dieses Krankheitsbild informierten am 26. August Ärzte und Pfleger der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Schmerztherapeuten und Reha-Versorger in einem Arzt-Patienten-Seminar im DRK Krankenhaus Lichtenstein. Der am weitesten gereiste Gast kam aus Brasilien. Er nahm mit seiner 82 Jahre alten Mutter an dem Seminar teil.

Bei Patienten mit dem Diabetischen Fußsyndrom entstehen schnell Druckstellen, die sich ausweiten, aber vom Patienten nicht wahrgenommen werden. Wunden heilen nur noch sehr langsam. Blessuren und Verletzungen haben eine oft monatelange Behandlung zur Folge. Nicht selten bleibt als letzte Option nur die Amputation des Fußes bzw. von Fußteilen.
Wie Dr. med. Ulrich Kleta, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, betonte, ist es ganz klar das Ziel, eben nicht operieren zu müssen, sondern durch Prävention und Entlastung frühzeitig einzugreifen.

Den entscheidenden Beitrag müssen die Patienten selbst leisten. Wie Daniela Rötzsch, Ärztin der Klinik für Innere Medizin, ausführte, sind es die bekannten Regeln: Gesunde, ausgewogene Ernährung, aber keine Diät und kein Hungern - wenig Alkohol und ausreichend körperliche Aktivität.

Was die Ursache für einen Diabetischen Fuß ist, erklärte Dr. med. Sylvia Schönfelder. Durch Ablagerungen in den Adern werden die Haut, aber auch die Nervenrezeptoren und -fasern nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Ein resultierendes Phänomen beim Diabetischen Fußsyndrom ist, dass die Patienten keine oder weniger Schmerzen verspüren oder an Missempfindungen leiden. Gleichzeitig kann sich ein permanenter Nervenschmerz entwickeln. Diese Schmerzen entstehen durch eine ständige nicht normale Schmerzwahrnehmungen am Fuß selbst bzw. durch Prozesse an der Nervenleitung und/oder Schmerzregulation und -wahrnehmung im Zentralnervensystem. Diese chronische Schmerzkrankheit zu behandeln, ist Aufgabe von Dr. med. Birger Path.
Als spezialisierter Schmerztherapeuten ist er in der Klinik für Schmerztherapie und Palliativmedizin in Chemnitz-Rabenstein tätig. Wie er ausführte, ist das Ziel, dass die Patienten ihre Lebensqualität zurückgewinnen, wieder am Leben teilnehmen und ihren Lebensalltag bewältigen können. Hierzu gehören neben der Anwendung spezifischer nervenschmerzhemmender Strategien auch Verbesserungen des Nachtschlafes und Maßnahmen zur Stabilisierung der Stimmung. Hierbei kommen spezielle Medikamente und nichtmedikamentöse Ansätze zur Anwendung, was eines abgestimmten Vorgehens aller Fachdisziplinen voraus setzt. Dies bedarf eines abgestimmten Vorgehens aller notwendigen therapeutischer Fachdisziplinen. Unter anderem spielen Psychologen, Co-Therapeuten und Sozialarbeiter eine besondere Rolle.

Bei der Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms erfordern Wunden eine erhöhte Aufmerksamkeit. Gute Erfolge werden durch die sogenannte Vac-Therapie erzielt. Dabei wird über das Wundsekret mittels Unterdruck aus der luftdicht verschlossenen Wunde abgesaugt, was die Heilung deutlich beschleunigt.

Darüber hinaus müssen Wunden regelmäßig versorgt und mit frischen Verbänden versorgt werden. Worauf dabei zu achten ist, welche verschiedene Verbandsformen es gibt und welche Wundauflagen im Bezug auf die jeweiligen Wundheilungsphase zum Einsatz kommt, brachte Pfleger Udo Rabe den Zuhörern näher. Auch in der Pflege spielt die Schulung der Patienten eine wesentliche Rolle. So wird darauf hin gearbeitet, dass sie z.B. täglich die Füße kontrollieren und die Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen. Aber auch das Tragen des angepassten Schuhwerks, der richtigen Einlagen oder von speziellen Strümpfen, die kein einschneidendes Gummiband haben, tragen ganz wesentlich zur Heilung bei.