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VIII. Lichtensteiner Endoskopie-Kolloquium

Darm –Flora und Adipositas


Zum 8. Mal kamen am 28. Oktober Internisten, Allgemeinmediziner und Klinikpersonal zum Lichtensteiner Endoskopiekolloquium zusammen. Bei der Veranstaltung, die letztmalig unter der Leitung von Chefarzt Dr. med. Ralf Schaub stattfand, füllten über 80 Zuhörer den Raum.

Welchen Einfluss das Mikrobiom, die Darmflora, auf die Nahrungsaufnahme hat und ob es verantwortlich ist für Fettleber oder Übergewicht - diesen Fragen ging Prof. Dr. med. habil. I. Schiefke, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie am Klinikum St. Georg Leipzig, nach. Immerhin besteht das Mikrobiom aus 100 Trillionen Einzellern, die rund 1,5 kg Körpergewicht repräsentieren. Bei jedem Menschen ist die Zusammensetzung einzigartig und kann aus dem Gleichgewicht geraten (z.B. bei entzündlichen Darmerkrankungen). Die Transplantation von gesundem Stuhl ist bei bestimmten Erkrankungen eine mögliche Therapieoption, um den Darm wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Ganz risikolos ist dieses Verfahren nach den Worten von Prof. Schiefke nicht, denn die Darmflora kann nachweislich für das Entstehen von Fettleber oder Übergewicht mitverantwortlich sein. Sein Tipp: Eine gute Möglichkeit, den Darm zu unterstützen, ist der regelmäßige Verzehr von probiotischen Joghurts.

Vom Klinikum Meiningen war PD Dr. med. habil. M. Hocke angereist. Er stellte Ursachen und anhand der aktuellen Leitlinie praktische Handlungsanleitungen bei der Behandlung von Verstopfung (Obstipation) vor.

In Deutschland leben Millionen von adipösen Menschen. Bereits eine Million gilt als extrem dickleibig. Um diesen Menschen, bei denen Ernährungsplanungen und Diäten versagt haben und/oder sich bedrohliche Begleiterkrankungen bereits eingestellt haben, helfen zu können, bietet die Medizin verschiedene endoskopische und chirurgische Therapieoptionen an. Neben der Magenverkleinerung, der Magenumgehung oder der Verkürzung der Darmstrecke ging Dr. med. F. Neser vom Klinikum Chemnitz auch auf nichtoperative Verfahren, wie bspw. Magenballons ein.

Moderne endoskopische Blutstillungsverfahren, wie sie auch in Lichtenstein verwendet werden, präsentierte Chefarzt Peter Junghänel (Anästhesie) für den Bereich der Atemwege. Dr. med. Ralf Schaub, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, illustrierte anhand von Fallbeispielen ein neues Clip-System zur Blutstillung, aber auch zum Perforationsverschluß im Magen-Darm-Kanal, das seit 2015 auch im Krankenhaus Lichtenstein zur Anwendung kommt.