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13. Gerinnungssymposium im Daetz Centrum

Kinderklinik des DRK Krankenhauses Lichtenstein


Am Wochenende des 1. Advents kamen zum 30. November wieder Ärzte aus der Fachrichtung Kinder – und Jugendmedizin im Daetz Centrum Lichtenstein zusammen.
Das Gerinnungssymposium findet nun zum 13. Mal statt und läutet für alle Beteiligten jedes Jahr wieder den Beginn der Weihnachtszeit ein. In diesem Jahr wurde dieses Gefühl nicht nur von den Klängen der Chemnitzer Bläser, sondern auch von den ersten Schneeflocken unterstützt.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Dr. Harry Sirb, Chefarzt der Kinderklinik am DRK Krankenhaus Lichtenstein. Er bedankte sich bei den Sponsoren, dem Organisationsteam sowie den zahlreichen Besuchern. Anschließend übergab er das Wort an den stellvertretenden Geschäftsführer Falk Wagner, welcher auf die gesetzlichen Regelungen des Gesundheitssystems und den anhaltenden Pflegenotstand einging. 

Der erste Referent Dr. med. Anatol Kurme aus Hamburg begann mit seinem Thema „Historisches und Aktuelles aus der Hämophiliebehandlung“, wobei er auf die medizinischen Fortschritte von Medikamenten und Therapien bei Blutgerinnungsstörungen einging. Welche biochemischen Vorgänge sich bei der Gerinnung abspielen und wozu bestimmte Proteine oder Mechanismen dienen, erklärte anschließend Dr. rer. nat. Andreas Karst aus Essen mit seinem Vortrag „Gerinnungsphysiologie − Gerinnungsfaktoren und ihre Mitspieler!“. Ein Grundverständnis für diese Vorgänge war auch für die nächste Präsentation wichtig. Laborleiter PD Dr. med. Michael Steiner aus Rostock erläuterte anhand von Fallbeispielen, wie man die unterschiedlichen Typen des von-Willebrand-Syndroms diagnostiziert und auf welche verschiedenen Einflussfaktoren hierbei zu achten ist. 

Die kurze Kaffeepause ermöglichte es, sich bezüglich der bisherigen Erkenntnisse noch einmal persönlich auszutauschen, bevor es zum zweiten Teil des Symposiums ging. Ein besonders heikles Thema, was viele früher oder später in ihrem Arbeitsalltag betrifft, stellten Prof. Dr. med. Ralf Knöfler und Dr. med. Uwe Schmidt aus Dresden vor. Gerinnungsstörungen geben aufgrund der Neigung schnell blaue Flecke hervorzurufen häufig Anlass zur Sorge, wenn sie noch nicht diagnostiziert wurden. So kann schnell der Verdacht von Misshandlungen aufkommen, was dem Jugendamt gemeldet werden muss. Jedoch kann das Wissen über derartige Körperreaktionen auch ein Vorwand für Täter sein. Sicherheit bringt hier nur eine Untersuchung, auch unter dem Aspekt einer eventuellen Gerinnungsstörung. Diese relativ aufwendigen Tests müssen jedoch von allen Erziehungsberechtigten erlaubt worden sein, was teilweise wirklich schwierig ist. Zudem machen weitere juristische Regelungen es nicht immer einfach, die richtige Entscheidung in solchen Situationen zu treffen bzw. alles nachvollziehbar zu dokumentieren. Offene Fragen zum notwendigen Vorgehen und Problemen bei der Diagnose wurden daher gern beantwortet.

Doch wie werden Blutgerinnungsstörungen im Praxisalltag therapiert? Diesem Thema widmete sich Dr. med. Beate Krammer-Steiner aus Rostock. Sie ist froh darüber, dass der Fokus in ihrem Fachgebiet auf immer mehr Heilungsmöglichkeiten und neuen Medikamenten liegt. Doch jedes Arzneimittel wirkt anders. Vor allem in der Immunonkologie begegnen ihr häufig Wechselwirkungen verschiedener Medikamente. Anhand einiger Fallbeispiele zeigte sie auf, worauf zu achten ist, welche beispielsweisen Nebenwirkungen man kennen muss und dass eine stufenweise Anpassung der beste Weg zum Erfolg ist.

Ihr Mann PD Dr. med. Michael Steiner begegnete dem Publikum abschließend noch einmal mit einem ganz anderen Blick auf die Funktion des Blutes. Anhand verschiedener Lebewesen zeigte er die beeindruckende „Evolution der Hämostase: 450 Millionen Jahre im Zeitraffer“. Hierfür gab es beim darauffolgenden Mittagsbuffet Gelegenheit zum biologischen Diskurs, nachdem den Organisatoren und Referenten zum Dank noch ein weihnachtlicher Stollen überreicht wurde.

Wir freuen uns auch im nächsten Jahr auf spannende Themen und einen geselligen Samstag in angenehmer Atmosphäre.